Totalrevision Volksschulgesetz–Integration nicht um jeden Preis
27. März 2026 – Die Mitte des Kantons St.Gallen will eine schlanke, moderne und verständliche Gesetzgebung, die den Schulen genügend Flexibilität ermöglicht und auf zukünftige Entwicklungen ausgerichtet ist. Mit diesem Fokus wird sie die heute vorgelegte Totalrevision des Volksschulgesetzes kritisch prüfen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Integration, die nicht auf dem Rücken der Lehrpersonen erfolgen darf, der Wahrung der Gemeindeautonomie und der Verankerung des Religionsunterrichts.
Unterstützt wird insbesondere die Absicht, die Durchlässigkeit im Schulsystem zu erhöhen und die Organisation stärker an den individuellen Entwicklungsständen der Schülerinnen und Schüler auszurichten. Wichtig bleibt, dass die Gemeinden selbst ihr Schulmodelle zusammen mit den betroffenen Lehrpersonen und der Bevölkerung definieren können.
Die Mitte begrüsst die Erhöhung der Joker-Halbtage von zwei auf vier Halbtage pro Schuljahr sowie die Möglichkeit für einen einmaligen längeren Urlaub während der gesamten Schulzeit. Die Problemstellung, dass die Handhabung in den Gemeinden in diesem Bereich extrem unterschiedlich ausfallen, hat die Mitte selbst in einem Vorstoss adressiert. Der Vorschlag bildet prima-vista einen pragmatischen Ansatz, ohne die Schulpflicht zu mindern.
Für Die Mitte ist klar: Integration darf nicht aus Idealismus auf dem Rücken der Lehrpersonen erfolgen. So wird zwar grundsätzlich befürwortet, dass Kinder mit sonderpädagogischen Bedürfnissen weiterhin in der Regelschule gefördert werden können. Voraussetzung dafür wären jedoch ausreichende personelle, räumliche und finanzielle Ressourcen. Dies ist nicht in allen Gemeinden gegeben. Darum muss weiterhin möglich bleiben, gezielt auf Kleinklassen oder Sonderschulen zurückzugreifen. Deren Wert darf nicht geschmälert werden.
Klärungsbedarf sieht die Partei auch bei der vorgesehenen Regelung des Religionsunterrichts zu Randzeiten. Hier ist entscheidend, wie diese Vorgabe in der Praxis umgesetzt wird. Die Mitte legt grossen Wert darauf, dass die Vermittlung von unseren Werten weiterhin ihren festen Platz im Schulalltag behält und nicht geschwächt wird. Insofern nehmen wir zufrieden zur Kenntnis, dass der Katholische Konfessionsteil in der politischen Gemeinde St.Gallen weiterhin eine öffentliche Volksschule des dritten Zyklus führen können soll.
Für Die Mitte bleibt zentral, dass die Gemeindeautonomie auch mit dem neuen Gesetz gewahrt bleibt und die Schulen vor Ort ihre bewährten Strukturen weiterentwickeln können. Die Mitte wird sich in diesem Sinne aktiv in die Vernehmlassung einbringen und sich für eine ausgewogene, praxistaugliche und qualitativ hochwertige Weiterentwicklung der St.Galler Volksschule einsetzen.
